Ort: Malchow

Ort: Malchow Zwischen Mecklenburgischer Seenplatte (östl. der A19), Müritz Nationalpark und Feldberger Seenlandschaft

Stadtbeschreibung

Malchow ist eine Stadt im Süden von Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Müritz (Deutschland). Seit 2005 trägt sie wie die Kreisstadt Waren (Müritz) den Titel Luftkurort. Sie ist außerdem Verwaltungssitz des Amtes Malchow, dem weitere acht Gemeinden angehören.

Geschichte

Auf einer Insel zwischen dem Plauer See und dem Fleesensee erbaut, wurde Malchow 1147 erstmalig schriftlich erwähnt und erhielt am 14. März 1235 von Fürst Nikolaus I. von Werle das Schwerinsche Stadtrecht. Bereits im Jahre 955 soll Otto der Große hier eine entscheidende Schlacht gegen die Wenden geführt haben. 1298 wurde Alt-Malchow Standort des Nonnenklosters von Röbel.

Nachdem die Häuser der Insel innerhalb von nur 30 Jahren zweimal abgebrannt waren, wurde die Stadt ab 1721 auf das Festland hin erweitert. Die Stadt war mit dem östlichen Ufer bis zu ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg mit einer Holzbrücke verbunden. Für die Wiederherstellung fehlte das Geld. Zwischen 1724 und 1846 gab es einen Fährdienst. Dieser wurde 1846 durch einen Erddamm ersetzt.

Die Westseite war bis 1845 durch eine Holzbrücke mit dem Festland verbunden. Zwischen 1845 und 1863 wurde diese durch eine Hubbrücke ersetzt. 1863 errichteten die Einwohner eine hölzerne Drehbrücke. Dadurch besteht die heutige Stadt aus drei Teilen: der Insel, dem östlichen Teil der Stadt, geprägt durch eine Klosteranlage, dem Stift der adligen Damen (1572 bis 1923) und dem westlichen Teil. Hier liegt heute der größte Teil der Stadt, wobei die Mühlenstraße und die Kirchenstraße die ältesten Straßen auf dem Festland sind.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1938 eine Munitionsfabrik der Dynamit-AG Alfred Nobel & Co errichtet, in der 10.000 Personen Rüstungsgüter herstellten. Während des Zweiten Weltkrieges mussten hier Hunderte Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten. Im Jahre 1943 wurde zudem ein Außenlager des KZ Ravensbrück gebaut, in dem hunderte Frauen, unter ihnen viele ungarische Jüdinnen unter grausamen Bedingungen arbeiten mussten, wobei viele ihr Leben verloren. Auch beim Todesmarsch nach der Räumung des Lagers 1945 fanden viele den Tod. Die 375 aufgefundenen Toten wurden auf dem Lagergelände verscharrt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Malchow_(Mecklenburg)

Sehenswürdigkeiten

  • Die Klosterkirche des Klosters Malchow bestand als Feldsteinkirche nachweislich ab 1235. In den Jahren 1844 bis 1846 wurde zunächst ein 52 m hoher Backsteinturm angefügt, aus optischen Gründen wurde danach von 1847 bis 1849 auch das Kirchenschiff nach Plänen Friedrich Wilhelm Buttels erneuert. Nach einem Brand 1888 wurde die Kirche bis 1890 nach Entwürfen von Georg Daniel im Stil der Neogotik wieder aufgebaut und dient heute als Ausstellungsraum des Orgelmuseums sowie als Ort für Konzerte und Trauungen.
  • Die Stadtkirche Malchow wurde 1870 bis 1873 in Form einer Kreuzkirche erbaut. Der neugotische Backsteinbau verfügt über einen quadratischen Westturm. Im Inneren der Kirche, das von einem Holztonnengewölbe überspannt wird, herrscht bauzeitliche Ausstattung vor. Sehenswert der Altaraufsatz sowie eine Vielzahl von Figuren.
  • Die Malchower Stadtmühle ist etwa 130 Jahre alt. Sie ist deutschland die einzige Windmühle, mit der Strom erzeugt wird.
  • Drehbrücke Malchow. Seit 1863 verbindet die von jährlich etwa 18.000 Booten passierte Brücke die Insel (Altstadt) mit der Neustadt. Sie stellt die Querung der Müritz-Elde-Wasserstraße als Bundeswasserstraße zwischen Müritz und Hamburg als auch Berlin dar. Sie war bis zur Eröffnung der Autobahn Berlin-Rostock 1978 der einzige Übergang über die Oberseen der Mecklenburger Seenplatte im Zuge der Fernstraße F 192 (heute B 192). 1980 war sie dann defekt, sie konnte nicht mehr geöffnet werden. Der Schiffsverkehr zwischen der Müritz und dem Plauer See kam damit zum Erliegen. 1991 wurde die heutige Brücke in Betrieb genommen, die aber bis Frühjahr 2006, insbesondere in heißen Sommern, immer wieder große technische Schwierigkeiten hatte, sie klemmte an der landseitigen Führungsschiene. Staus auf der Straße und auf dem Wasser waren die Folge.
  • Das 1997 gegründete Mecklenburgische Orgelmuseum befindet sich in der ehemaligen Klosterkirche. Hier werden Instrumente aus Mecklenburg aufbewahrt und die zweitausendjährige Geschichte des Orgelbaus unter besonderer Berücksichtigung der romantischen Orgeln Mecklenburgs gezeigt und beschrieben. Der Besucher hat die Möglichkeit, Orgel zu spielen und an bestimmten Tagen Konzerte in der Kirche mit mehreren Orgeln zu erleben. Die angeschlossene orgelwissenschaftliche Bibliothek ist in einem benachbarten Gebäude untergebracht.
  • In einem ehemaligen Kino von 1956 werden im DDR-Museum Ausstellungsstücke aus dem Alltagsleben der Bürger gezeigt. Dies reicht von Utensilien der Hochzeit, der Jugendweihe und der FDJ bis zur Geschichte der Rundfunktechnik.
  • Im Stadt- und Heimatmuseum Malchows (Kloster 47) findet man Gegenstände, teilweise auch zum Ausprobieren, die einen Einblick in die Lebens- und Arbeitsweise der Bevölkerung dieses Landstrichs geben. Eine komplette Druckerei, eine Schulstube von 1930, eine Schusterwerkstatt und eine Küche aus den 1920er Jahren sind sehenswert.
  • In der Rostocker Straße 42 hat sich eine Sammlung zur Radtechnik etabliert. Hier kann man sowohl Kuriositäten aus der DDR-Motorrad-Geschichte als auch Fahrräder aus den 1920er Jahren besichtigen (zur Zeit geschlossen).
  • Denkmal 1870/71 (geweiht 1876) an der Stadtkirche (in schlechtem Zustand)
  • Denkmal 1914/18 (geweiht 1920) an der Stadtkirche (die Figur eines sterbenden Kriegers von Bildhauer Wilhelm Wandschneider 1945 entfernt und später eingeschmolzen
  • Denkmal 1914/18 Kloster Malchow (Adler nach 1945 entfernt)
  • Denkmal 1914/18 (geweiht 1920) des Turnvereins
  • Gedenkstätte An der Lagerstraße für 375 KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter(innen), die Opfer des Faschismus wurden
  • Denkmal 1939/45 für die Opfer des 2. Weltkrieges auf dem Stadtfriedhof
  • Denkmal gefallener sowjetischer Soldaten (errichtet 1945) an der Rostocker Straße
  • Gedenkstätte auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Teterower Straße
  • Gedenktafel für Jugendliche, die nach Kriegsende 1945 als angebliche Angehörige der Werwolf-Organisation verschleppt und teilweise ermordet worden sind (1998 angebracht)
  • Jüdischer Friedhof
  • Der ein Hektar große Blütengarten gibt dem Besucher anschauliche Anregung, wie ein Blühen die ganze Saison hindurch mit Stauden organisiert werden kann („Durchblühgarten“).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Malchow_(Mecklenburg)